Eigenleistung

Tatsaechlich kann man sehr viel Geld sparen, wenn man Eigenleistung beim Bau seines Hauses erbringen moechte.  Doch die scherzhaft auch "Muskelhypothek" genannte Eigenleistung ist nicht ganz Ohne; sie erfordert nicht nur entsprechendes, handwerkliches Geschick. Eigenleistung kostet auch viel Kraft und Zeit - und diese Komponenten sollten angehende Haeuslebauer in keinem Fall unterschaetzen.

Hinter 25000€ Einsparung stecken auch sage und schreibe 850 Arbeitsstunden. Das sind zwar fast 30€/h Netto-Stundenlohn, aber auch knapp 5 Monate bei einer 40h/Woche. Also  eine Menge Zeit, die nicht jeder neben Familie, Ehe und  seiner normalen, beruflichen Arbeitstaetigkeit aufbringen kann, sofern Sie Sie nicht zufaellig gerade im Lotto gewonnen haben und Ihre beruflichen Arbeitstaetigkeiten aussetzten lassen koennen.
Nach Feierabend auf der Baustelle noch malochen, will also gut ueberlegt sein!

 Muskel-Hypothek

Wieviel Eigenleistung kann ich machen?

Wichtig ist natuerlich auch, dass Sie sich die Arbeiten nicht nur zutrauen, sondern sie auch wirklich gut erledigen koennen. Denn was nutzt es, wenn am Ende beispielsweise die Einfahrt keinen tragfaehigen Unterbau hat und dann noch einmal viel Geld in den Fachmann investiert werden muss, der alles von Grund auf erneuert?

Damit Sie sich als kuenftiger Eigentuemer mit einer Muskelhypothek am Ende nicht uebernehmen, sollten Sie die Eigenleistung auf maximal 5-10% der Gesamtkosten beschraenken. In der Regel sollten Sie nur die Eigenleistungen uebernehmen, die zuletzt anstehen und auf die kein Handwerker aufbauen muss (Ausbaustufe 1). Nur wenn Sie wirklich von Berufs sachkundig sind, koennen Sie auch getrost darueber hinaus gehen.

Uebrigens gehen auch die Geldinstitute bei der Finanzierung das Thema "Muskelhypothek" sehr penibel an. Denn die Geldgeber erwartet, dass der Umfang der Eigenleistung realistisch bleibt.

Welche Versicherung brauche ich?

Anmelden ist Pflicht! Es geht um Ihre Sicherheit!
Jaehrlich verungluecken auf privaten Baustellen mehrere hundert Menschen. Wer mitschuftet, und auch noch Familie und Freunde mit einspannt, gilt nach dem Gesetz als Unternehmer - mit allen dazugehoerigen Pflichten. Das heißt etwa, dass er fuer den Arbeitsschutz seiner Helfer sorgen muss und fuer deren Versicherung. Damit auch auf der privaten Baustelle die gesetzliche Unfallversicherung greift, muessen Sie alle privaten Helfer bei der Berufsgenossenschaft, also der BG BAU, anmelden. Und zwar spaetestens eine Woche nach Baubeginn. Ausnahmen gibt es bei kurzfristigen Baumassnahmen und Foerderung des Wohnraums. Zustaendig sind hier die Traeger der oeffentlichen Hand (Unfallkassen). Wer seine Helfer nicht anmeldet, riskiert eine Strafzahlung in Hoehe von bis zu 2500 Euro.

Grundsaetzlich sind fuer jeden Helfer Pflichtbeitraege zu entrichten. Wir raten zudem zum Abschluss einer privaten Zusatz-Bauhelferversicherung!