Welche Heizung kostet eigentlich wieviel und was spart man dadurch?

Eigentlich sollte sich jeder Energieberater mit dieser Frage einmal beschaeftigt haben. Leider ist das Thema "Energie sparen" nicht nur bei vielen Bauherren einfach nur ein "subjektives" Gefuehl, sondern auch bei vielen sogenannten "Energieberatern". Deshalb haben wir hierfuer eine Studienarbeit in Auftrag gegeben, die anhand eines Beispiel-Gebaeude-Models aus unserem Angebot Ihnen eine Kosten- und Kalkulations-Vergleich-Uebersicht als Grobe Richtlinie fuer Ihr eigenes Bauvorhaben wieder geben soll. Das Ergebniss ist dabei folgendes:

Die "annualisierten Kosten" ist dabei wie eine jährliche Miete anzusehen im Amortisationszeitraum von 35 Jahren. Dies ist also der eigentliche Wert, an dem man die Kosten einer Heizung messen kann, auch wenn die Anfangskosten deutlich geringer sein sollten!

Sie fragen sich, wie diese Werte zustande kommen? Die entsprechende Studienarbeit erklaert es Ihnen. Dabei kam ein variables Excel-Tool zur Anwendung, das die Kosten genau ermittelt. Weitere Varianten im Excel-Tool zeigen wir Ihnen gerne in einem persoenlichen Beratungsgespraech...

Mit durchschnittlich 230kWh/m² im Jahr ist der Heizenergieverbrauch in Deutschland deutlich senkbar...

Heutige Passivhaeuser schaffen 15 kWh/m² im Jahr, das sind gerade mal 93% weniger als der bundesweite Durchschnitt. Dennoch gibt es kaum Menschen, die sich fuer ein Passivhaus entscheiden. Lediglich die Bewohner eines Passivhauses selbst sind begeistert, oft auch solche, die ein sehr mulmiges Gefuehl beim Einzug hatten.

Aber warum?

Die Antwort ist meistens:
"In einem Haus, das durch die Daemmung in eine Plastiktuete verpackt wird, kann nur ein schlechtes Raumklima herrschen. Waende muessen "atmen" koennen", hoert man immer wieder."Diffusionsoffen" ist das Schalgwort dafuer.

Dabei ist dieser Irrtum von Max von Pettenkofers (1818–1901) in der Bauphysik bereits schon so lange ueberholt, das an den Hochschulen und Universitaeten so getan wird, als haette es diesen "Irrtum" nie gegeben.

Warum das so ist, lesen sie hier!

Damit steht fest, dass Passivhausklima deutlich gesuender und angenehmer ist, als das Raumklima konventioneller Haeuser. Deshalb sind die meisten Passivhausbewohner auch sehr begeistert von diesen Gebaeuden. Immer warm, kein Frieren beim Fensterlueften noetig, kein Schimmel, in der Regel auch keine komplizierte Heizungstechnik... all das macht ein Passivhaus sehr interessant. Und da Passivhaeuser mit 2 Foehns (2 x 2kW) komplett beheizt werden koennen, muessen Sie auch nie frieren, ausser bei drastischen Bau- und Ausfuehrungsmaengeln.

Luft-Heizung
elektrischer Passivhaus- Lueftungs-Nachheizregister

Passivhaeuser besitzen wesentlich kuerzere Heizperioden, als konventionelle Haeuser; in einem Passivhaus heizt man ca. 4 Monate vom Jahr aktiv. In der restlichen Zeit koennen solare und interne Gewinne den Heizbedarf ausgleichen oder der Heizbedarf kann mittels Thermo-Solar-Anlage abgedeckt werden.
Aufgrund des niedrigen Heizenergiebedarfs ist die Heizung im Passivhaus nur eine "Notheizung", die meist auch in den 4 Monaten Heizperiode nicht voll laeuft und moeglichst billig in der Anschaffung sein sollte, damit sie wirtschaftlich arbeitet. Dies erreicht man am ehesten durch eine nach Norm gerechneter Lueftungsheizung, die auf die Heizlasten der einzelnen Raeume genau zugeschnitten wird. Wenig Energiebedarf auch am kaeltesten Tag im Jahr ermoeglichem im Passivhaus auch den Waermetransport ueber ein so duennes Medium wie Luft. Da eine Lueftungsanlage im Passivhaus pflicht ist, liegt also nichts naeher, dieses Luft-Verteilsystem auch fuer die Waermeverteilung zu nutzen und auf ein separat verlegtes, konventionelles, teures Heizungs-Waermeverteilungs-System wie Fussbodenheizung oder Radiatoren zu verzichten. Lediglich in den Abluftraeumen, die als Baeder/WC's meist auch schnell auf 24°C aufgeheizt werden muessen, muss ein zusaetzlicher Heiz-Konvektor angebracht werden, der nur bei Bedarf laeuft.

Warum werden aber Altbauten bei den hohen Verbraeuchen nicht saniert und nachgedaemmt?

Diese Frage ist am ehesten mit den hohen Sanierungs-Kosten einer Nachdaemmung verbunden:
Im Gegensatz zum Neubau wuerden nicht nur die Material-Mehrkosten anfallen, sondern zusaetzliche Daemmarbeiten, Einruestungsarbeiten und Fassadenverputzarbeiten, die im Neubau ohnehin anfallen. Deshalb sind die Sanierungskosten auf Passivhausniveau 4-5 mal so hoch, wie bei einem Neubau, da hier nicht nur das "Mehrmaterial" gerechnet werden kann. Die Amortisation kommt in der Regel dann nie unter 35-60 Jahre (je nach Eigenleistung oder Handwerkerbeauftragung), deshalb ist eine Sanierung bei den momentan "guenstigen" Energiepreisen selten rentabel.
Wenn Sie aber Sanieren, dann sollten Sie Ihr Haus gleich richtig dick einpacken! Die Materialmehrkosten sind im Verhaeltnis zum restlichen Preisaufwand fuer Einruesten und Verputzen zu gering, als dass man hier sparen koennte und Sie aergern sich  spaeter in 15 Jahren nur wieder darueber, dass Sie nicht gleich richtig mit 20-35cm Daemmung saniert haben!

Unser vorgeschlagenes Heizungskonzept:

Wir schlagen eine preisguenstige, elektrische Lueftungsanlage fuer all unsere Ein- und Zweifamilienhaeuser als Grundbaustein vor. Diese elektrische Lueftungsheizung sollte mit einer PV-Anlage ergaenzt werden, die Sie auch noch nachtraeglich anbringen koennen, wenn Sie wieder etwas Geld auf der Seite haben:



Warum lohnt sich eine Thermosolaranlage nicht gegenueber einer PV-Anlage, obwohl der Wirkungsgrad viel hoeher liegt?

Der Wirkungsgrad einer Thermosolaranlage liegt bestenfalls bei ca. 80%. Heutige PV-Anlagen (Stand 06.2013) schaffen dagegen 16,2% (Polycristallin) bzw. 19,5% (Monocristallin).

Doch sinnvollerweise können die Erträge der PV-Anlage nicht nur zur Aufbereitung des Warmwassers und der Heizung genutzt werden, sondern auch anderweitig für den Haushaltsstrom oder zur Vergütung im öffentlichen Stromnetz. Dies ist zum Beispiel gerade in den Sommermonaten oft sinnvoll, wenn die solaren Erträge den Warmwasseraufbereitungs-Energiebedarf bei weitem übersteigen und die guten Wirkungsgrade der Thermosolarkollektoren Erträge in einer falschen Energieform bringen, die nicht genutzt werden können.

Aus diesem Grunde lässt sich eine PV-Anlage trotz deutlich niedrigerer Wirkungsgrade im Sommer besser ausnutzen und arbeitet dadurch  wirtschaftlicher als die Thermosolaranlage, wenn man die "JAHRES-Ausnutzungsgrade" beider Anlagen vergleicht. Der Jahres-Ausnutzungsgrad einer 12,5m² grossen Thermosolaranlage ist dabei ungefaehr folgender:

Monat

Jan

Feb

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

GES

Nutz-
Grad

21,2%

31,4%

37,5%

12,0%

11,3%

9,5%

9,5%

12,8%

15,2%

33%

24,3%

0,0%

18,1%

Wirkungsgrad Solaranlage

Eine PV-Anlage laesst sich dagegen im selben Gebaeude wie folgt ausnutzen:
Wirkungsgrad PV-Anlage

Zusaetzlich kommt ein anderes Phaenomen hinzu:

Du Anschlusskosten einer Thermosolaranlage belaufen sich ohne Kollektoren pauschal fuer Schnellentluefter, Pumpgruppen, Ventile, Waermetauscher, Installationsrohre, Messsonden und Regelung auf insgesamt min. 3250€. Hinzu kommen noch die Kollektoren...

Wenn Sie sowieso schon eine PV-Anlage geplant haben (was im Jahr 2020 aufgrund EU-Beschluesse von 2010 zur Pflicht werden kann!), koennen Sie diese Kosten fuer die Thermosolaranlage direkt in PV-Kollektor-Flaeche sinnvoller investieren, da Sie den PV-Anlagen-Anschluss ja sowieso schon haben. In der Regel wird nur auch noch der Wechselrichter geringfuegig teurer, aber aller andere Installationskosten fuer die PV-Anlage bleiben so gut wie gleich, voellig unabhaengig von Ihrer PV-Anlagen-Groesse: fuer 3250€ bekommen Sie aber schon 10 PV-Kollektoren inkl. Montage mit einer Gesamtflaeche von 16,2m² (Stand 2013) und die Ertraege dieser zusaetzlichen 16 m² bekommen Sie ueber einen hoeheren Wirkungsgrad einer Thermosolaranlage nie wieder rein.

Eine PV-Anlage ist dabei aufgrund der Einspeiseverguetung immer sinnvoller Erweiterbar, als eine Thermosolaranlage! Deshalb ist dieses System auf jeden Fall das Zukunfts-Orientiertere und Sinnvollere.

Warum lohnt sich eine Waermepumpe nicht in einem Passivhaus oder einem Haus mit Lueftungsheizung?

Eine Lüftungsheizung hat das Problem, dass sie relativ hohe Zulufttemperaturen schaffen muss, um das Gebaeude warm zu halten: Nach entsprechenden Normen ergeben sich fuer unsere, angebotenen Wohnhaeuser Zulufttemperaturen von 65°C bei im Heizlastfall. Ein zentrales WarmWasser (WW)-Nachheizregister muesste also noch hoehere Temperaturen haben, damit die Luft auch tatsaechlich auf diese Temperatur erhitzt werden kann; nach Nachheizregister-Anbieter in etwa 90°C Vorlauftemperatur! Eine Lueftungsheizung ist also alles andere, als eine Niedertemperaturheizung. Selbst bei Januares-Durchschnitts-Temperaturen liegt die Zulufttemperatur immer noch bei 40°C und die WW-Nachheizregistervorlauftemperatur bei ca. 65°C.

Eine Waermepumpe ist aber eine "Niedertemperaturheizung", die genau dann hohe Wirkungsgrade erzielt, wenn die Vorlauftemperatur nur bei 35-45°C liegt. Bei den erforderlichen Vorlauftemperaturen einer Lueftungsheizung arbeitet sie so ineffektiv wie eine elektrische Direktheizung. Deshalb ist es sinnlos, eine Waermepumpe in einem Passivhaus zu integrieren.

Eine zusaetzliche Niedertemperatur-Fussbodenheizung fuer die Waermepumpe ist dagegen in der Anaschaffung so teuer, dass sie sich so gut wie nie rentiert...